Positive Familienanamnese

Für Personen mit einem erstgradig Verwandten (Eltern, Geschwister, Kinder), der vor dem 60. LJ an einem CRC oder Adenom erkrankt ist, oder für Personen mit zwei erstgradig Verwandten jeglichen Erkrankungsalters empfiehlt sich eine Koloskopie alle 5 (-10) Jahre ab dem 40. LJ bzw. 10 Jahre früher als das Erkrankungsalter des jüngsten betroffenen Familienmitglieds.

Für Personen mit einem erstgradig Verwandten, der nach dem 60. LJ an einem CRC oder Adenom erkrankt ist oder mit zwei zweitgradig Verwandten (Grosseltern, Tanten, Onkeln), empfiehlt sich der der Beginn des Screenings mittels Kolonoskopie spätestens ab dem 50. LJ, besser ab dem 40. LJ.

Für Personen mit einem zweitgradig oder drittgradig betroffenen Verwandten (Urgrosseltern, Cousin) gelten die gleichen Empfehlungen wir für Personen mit Durchschnittsrisiko.

Positive persönliche Anamnese für kolorektale Adenome oder KRK

(siehe auch Nachsorge)

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Koloskopie 1-2 (Empfehlung AGA) oder 3 jährlich (Empfehlung ASGE).

Pancolitis: Beginn 8 Jahre nach Erstdiagnose.

Linksseitige Kolitis: Beginn spätestens 15 Jahre nach Erstdiagnose

Erbliche Erkrankungen: HNPCC, FAP und andere Polyposis-Syndrome

Ein Risiko stratifiziertes endoskopisches Screening oder/und molekulargenetische Untersuchungen sind zwingend. Bezüglich Molekulargenetischer Untersuchungen siehe auch Risikofaktoren

HNPCC

An ein HNPCC denken, wenn:

  • In jungen Jahren Karzinom des Endometriums oder der Ovarien
  • Kolonkarzinom in jungem Alter
  • Jung Karzinome in Magen, Dünndarm, Pankreas, hepatobiliär, urogenital
  • Multiple flache Polypen vor allem im rechten Hemicolon
  • Synchrone Karzinome
  • Metachrone Karzinome

Die Vorsorge sollte mit einem Spezialisten besprochen werden. Falls bei einem Betroffenen der molekulargenetische Defekt bekannt ist, kann ein genetisches Screening durchgeführt werden.

Ansonsten sollte das Screening mittels Kolonoskopie in der Regel im Adoleszentenalter begonnen werden. (C Engel: Clin Gastroenterol Hepatol 2010; 8: 174)

Familiäre adenomatöse Polypose (FAP) und andere Polyposis Syndrome

Die Vorsorge sollte mit einem Spezialisten besprochen werden. Bei der FAP ist eine molekulargenetische Abklärung möglich. Ohne Genetik sollte ab Adoleszentenalter jährlich eine Sigmoidoskopie durchgeführt werden (die Polypose beginnt distal).

Bei den attenuierten Formen beginnt die Erkrankung später, aber oft im proximalen Kolon. Deshalb muss hier das Screening mittels Kolonoskopie erfolgen.

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